Qigong

Qigong die "Meisterung" der Lebensenergie ist Einübung in körperliches, seelisches und geistiges Wohlbefinden.

Beim Qigong konzentriert sich der Unterricht auf rechte Spannung-Entspannung (song), Zentrierung, Verwurzelung, vertiefte Atmung und eine meditativ-achtsame Atmosphäre. Die Bewegungen werden vom Zentrum her energetisiert und vom Geist sanft geführt; psychologisch tritt eine entspannende Bewegungstrance ein.

Der Geist führt das Qi, Qi führt die Bewegung. "Qi" ist der Dreh- und Angelpunkt des Qigong. Qi ist die Empfindung des Atems im Körper, nicht die Atmung oder die Atemluft. Die Atembewegung kann im ganzen Körper gespürt, dann verstärkt und geführt werden: der ganze Körper atmet. Der freie Fluss des Qi ist nach tradioneller chinesischer Auffassung der Inbegriff körperlich-geistiger Gesundheit. Qi kann explosiv (Taijiquan/Kampf) aber auch unmerklich und fein (stilles Qigong) durch den Körper geleitet werden.

Zentraler Bestandteil des Qigong ist das "Stehen wie eine Säule" (zhan zhuang). Wir verharren für eine bestimmte Zeit in einer Position, schulen Willenskraft und Körperstruktur. Hier ergeben sich Berührungspunkte mit dem Zen.

Faszinierende Variationen ergeben sich aus der Lehre von den drei Dantian ("Energiefeldern"). Das untere Dantian liegt im Unterbauch und stimmt mit dem Schwerpunkt (Massepunkt) unseres Körpers überein; es steht für die Materialität, die Dinglichkeit unseres Seins. Das mittlere Dantian liegt auf Herzhöhe in der Mitte der kugelförmigen Atembewegung der Lunge; es steht für Leben, Fühlen, Atmen, Seele und Herz. Das obere Dantian liegt etwas oberhalb und zwischen beiden Augen hinter unserer Stirn ("drittes Auge"), hier fühlen wir die Empfindung des Sehens; es steht für Bewusstsein, Geist, Aufmerksamkeit, Offenheit. Im Taiji Qigong werden die drei Zentren im unteren oder mittleren Dantian vereinigt: wir sind eine ganze Person als belebter und bewusster Leib.